Original Artikel: www.apotheken-umschau.de/krankheiten/bluthochdruck.de, Daniela Frank, 10/2023; www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Bluthochdruck-erkennen-und-behandeln.de, Dr. Andreas Michalsen, 05/2026; www.herzmedizin.de/blutdruck/bluthochdruck-ursachen-symptome, Kerstin Kacmaz,04/2025
Bluthochdruck tut nicht weh. Genau das macht ihn so gefährlich.
Viele Menschen fühlen sich fit, gehen arbeiten, treiben vielleicht sogar Sport – und haben trotzdem Blutdruckwerte, die ihre Gefäße Tag für Tag schädigen. Tatsächlich ist Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, eine der häufigsten Volkskrankheiten überhaupt. Und gleichzeitig eine der am meisten unterschätzten.
Unser Blutkreislauf sorgt dafür, dass jede Zelle im Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Erfolgt diese Versorgung jedoch mit zu hohem Druck, geraten die Gefäßwände unter Dauerstress – vergleichbar mit einem Wasserschlauch, durch den lange Zeit zu viel Druck gepresst wird.
Das Tückische: Bluthochdruck verursacht oft über Jahre keine Beschwerden. Keine Schmerzen, kein Warnsignal, kein akutes Krankheitsgefühl. Viele Betroffene erfahren daher erst davon, wenn bereits irreversible Schäden entstanden sind.
Das ist der Grund, warum Bluthochdruck häufig auch als „stillen Killer“ bezeichnet wird.
Den Blutdruck richtig messen:
Da bei der Blutdruckmessung Zeitpunkt und Durchführung einen großen Unterschied machen können, hier der Hinweis, wie man den Blutdruck idealerweise misst:
Für vergleichbare und aussagekräftige Werte gilt: Am besten 2 x täglich messen.
Morgens innerhalb von etwa 1 Stunde nach dem Aufstehen, vor Kaffee, Frühstück, Nikotin oder Blutdruckmedikamenten.
Abends möglichst immer zur gleichen Uhrzeit, vor dem Schlafengehen bzw. vor dem Abendessen.
Was es noch zu beachten gilt:
1. Vor der Messung drei Minuten lang ruhig sitzen, nicht sprechen, entspannt atmen.
2. Richtige Sitzposition: Rücken angelehnt, beide Füße flach auf dem Boden, Beine nicht überkreuzen.
3. Arm richtig lagern: Arm entspannt auf Tisch oder Armlehne, Manschette auf Herzhöhe
4. Manschette direkt auf die Haut, nicht über Kleidung, Oberarmmanschetten sind meist genauer als Handgelenksgeräte, Unterkante der Manschette ca. 2-3 cm über der Ellenbeuge.
5. Während der Messung: Nicht reden, nicht bewegen, normal weiteratmen
Wichtiger als Einzelwerte, ist der Durchschnitt über viele Messungen. Ärzte schauen eher auf Mittelwerte über Tage/Wochen.
Doch was bedeuten die Blutdruckwerte eigentlich?
Beim Blutdruck werden immer zwei Werte angegeben: Der obere Wert (Systole) Er entsteht, wenn das Herz Blut in die Gefäße pumpt, während der untere Wert (Diastole) den Druck in der Entspannungsphase des Herzens misst.
Welche Blutdruckwerte gelten als normal?
Als grobe Orientierung gelten folgende Werte bei Erwachsenen:
Optimal unter 120 / 70 mmHg
Normal unter 130 / 85 mmHg
Hochnormal 130-139 / 85-89 mmHg
Bluthochdruck über 140 / 90 mm/Hg
Mit zunehmendem Alter steigen die Blutdruckwerte bei vielen Menschen leicht an. Dennoch sollte man erhöhte Werte nicht einfach als „altersbedingt normal“ abtun, sondern auch in dieser Lebensphase dauerhaft einen Bereich von unter 140/90 anstreben.
Warum Bluthochdruck so gefährlich ist
Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte belasten praktisch den gesamten Körper. Besonders betroffen sind: Das Herz, das Gehirn, die Nieren, die Augen die Blutgefäße selbst.
Bei Bluthochdruck muss das Herz gegen einen höheren Widerstand arbeiten. Auf Dauer verdickt der Herzmuskel, verliert an Elastizität und kann irgendwann erschöpfen. Die Folge können Herzschwäche, Herzrhythmus-Störungen oder ein Herzinfarkt sein.
Die Nieren sind feinste Filtersysteme. Hoher Druck schädigt diese empfindlichen Strukturen – langsam, aber kontinuierlich. Dabei bleibt eine beginnende Nierenschwäche häufig lange unbemerkt.
Auch Veränderungen an den Netzhautgefäßen des Auges sind bei langjährigem Bluthochdruck keine Seltenheit.
Und auch die Gefäße selbst leiden. Kleine Verletzungen an den Gefäßwänden fördern Arteriosklerose – also Gefäßverkalkungen. Dadurch steigt das Risiko für Schlaganfälle.
Deshalb ist regelmäßiges Blutdruckmessen keine Übervorsicht – sondern sinnvolle Vorsorge.
Die gute Nachricht: Man kann sehr viel selbst beeinflussen
Nicht jeder Bluthochdruck lässt sich verhindern. Genetische Faktoren spielen durchaus eine Rolle. Aber unser Lebensstil entscheidet maßgeblich mit.
Bewegung wirkt wie Medizin
Regelmäßige körperliche Aktivität kann den Blutdruck deutlich senken. Dabei geht es nicht um Leistungssport. Schon tägliche Spaziergänge, regelmäßiges Radfahren, Schwimmen oder moderates Ausdauertraining haben messbare Effekte.
Ernährung macht einen Unterschied
Zu viel Salz, stark verarbeitete Lebensmittel, Übergewicht und hoher Alkoholkonsum treiben den Blutdruck häufig nach oben. Hilfreich sind dagegen: Frisches Obst und Gemüse, ballaststoffreiche Ernährung, gesunde Fette und ausreichend Wasser.
Stress ist nicht nur ein Gefühl
Chronischer Stress erhöht dauerhaft bestimmte Stresshormone im Körper. Puls und Blutdruck steigen an – manchmal über Jahre hinweg. Wer nie abschaltet, zahlt oft mit seinem Kreislauf. Entspannungstechniken, Schlaf, bewusste Pausen und echte Regeneration sind medizinisch relevanter als viele denken.
Gewicht und Schlaf
Schon wenige Kilogramm Gewichtsreduktion können den Blutdruck spürbar verbessern. Und auch Schlaf wird häufig unterschätzt: Schlechter Schlaf oder Schlafapnoe stehen eng mit Bluthochdruck in Verbindung.
Kurz gesagt: Bereits kleine Veränderungen im Alltag können Ihr Risiko für Bluthochdruck reduzieren und Ihr Wohlbefinden effektiv verbessern.
Wenn Sie mehr zum Thema Gesundheitsvorsorge erfahren möchte, sprechen Sie mich an – auf dass Sie gesund bleiben und Krankheiten idealerweise erst gar nicht entstehen.
Jörg Viehweg – Ihr Heilpraktiker, Ernährungsberater und „Prophylaxe Praxis“ in Hilden
